Mit fünf Jahren begann Deborah Lee mit dem Klavierunterricht, zwölf Jahre klassische Ausbildung, „irgendwann konzentrierte ich mich auf Gesang, dann kam es nach und nach – die erste Schülerband, das Tingeln von Stadt zu Stadt, die erste Tour“.
Deborah erzählt das ganz erfrischend, „ich sang Background, unter anderem für den damaligen Sänger der Hollies, der inzwischen leider gestorben ist, Carl Wayne. Das war meine erste Erfahrung mit einem Star, einem Wahnsinnssänger. Ein Typ mit viel Erfahrung, der hat jeden Song im ersten Take aufgenommen“. Der ’alte Hase’ gab ihr ein paar Ratschläge mit auf den Weg, „empfohlen hat mir Wayne gar nichts“, sagt Deborah, „er sagte nur ’Mädel, mach dein Ding. Du wirst deinen Weg finden, du musst deine schlechten Erfahrungen selbst machen’.


„Zu Beginn“, sagt Deborah Lee und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen, „habe ich nur auf ganz kleinen Bühnen gestanden, wenn überhaupt, manchmal war es auch bloß die Ecke einer kleinen Bar“. Und als die Säle und Bühnen langsam größer wurden, habe sie sich darauf „unheimlich schnell eingestellt, bin da rein gewachsen und fühlte mich wohl“. Jetzt arbeitet Deborah an ihrem ersten Album, und es ist fast wie bei Aschenputtel: Einer ins Töpfchen, drei ins Kröpfchen. Für Deborah Lee heißt das im Klartext: Aus den 20 Songs, die sie bislang aufgenommen hat, könnten es bisher fünf auf das geplante Album schaffen. „Es dauert einfach“, sagt die junge Sängerin, „man findet während der Aufnahmen erst sein Ziel, so war das auch bei mir. Du fängst immer wieder von vorn an, man kennt zwar irgendwann seinen Weg, aber an dessen Rand liegen nicht nur Treffer“. So gelassen wie die Halbkoreanerin aus Mannheim erzählen das nicht viele Sängerinnen im besten Castingshow-Alter.